Vom Segen, das Gute dahinter zu sehen
Den Bus verpasst – eine unfreiwillige Pause – Zeit, jemand anzurufen, bei dem ich mich schon lange melden wollte.
Eine dieser endlosen Rotphasen an der Kreuzung – die Chance, tief durchzuatmen und einfach nur da zu sitzen und rauszuschauen.
Geschenkstress – wie schön, dass ich Menschen habe, die mir etwas bedeuten und denen ich eine Freude machen möchte.
Nasskaltes, unfreundliches Wetter in Deutschland – wie gemütlich ist es in der warmen Wohnung beim Kaffee oder Tee in Kerzenschein.
Endlose Diskussionen mit Teenagern – ein willkommenes Training, die eigene Meinung zu hinterfragen und klar Stellung zu beziehen.
Ich vermisse jemanden – wie gut, dass es diesen Menschen in meinem Leben gibt oder gab.
Und manchmal steckt hinter etwas ganz banalem eine ganz besondere Bedeutung:
Lärmende Flugzeuge – zwei Kondensstreifen – ein luftiges Kreuz in der Abendsonne – die Erinnerung, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern der Beginn eines neuen, anderen Lebens.
Es gelingt sicher nicht immer, das Gute dahinter zu entdecken, aber ich kann es versuchen, ich kann es üben…
Vielleicht reicht manchmal auch der Wunsch, die Sehnsucht nach etwas Gutem hinter dem Ärgerlichen, Schwierigen, Schmerzlichen und die Erinnerung an Gottes Versprechen, uns in seiner Hand zu halten.
Pastoralreferentin Beate Czabaun
Deutschsprachige Katholische Gemeinde Bangkok
www.gemeinde-bangkok.com