„Bereitet dem Herrn den Weg“: dieses adventliche Zitat aus dem Buch Jesaja ist mir
eingefallen, als ich die abenteuerliche Brücke über einen Kanal zu einem Haus in Bangkok
gesehen habe…
Bereitet dem Herrn den Weg – die Bewohner des Hauses hätten da einiges zu tun…
Kein Geländer, nichts zum Festhalten, morsche Planken, große Lücken dazwischen – wie ist
das zu schaffen?
Bei Jesaja geht es um die Vorbereitung auf die Ankunft des Herrn, alles soll schön sein und
der Weg gerade und eben…
Was aber, wenn mein Leben (teilweise) so aussieht wie diese kaputte Brücke?
Wenn ich ungeduldig bin mit mir und meinen Fehlern?
Wenn ich fürchte, nicht zu genügen, es nicht zu schaffen?
Wenn die Lücken zu groß sind, wenn ich das Gefühl habe, versagt zu haben / zu versagen?
Irgendwie scheinen die Bewohner über die Brücke zu ihrem Haus zu kommen, vielleicht
hüpfend und springend, balancierend, einander an der Hand haltend und stützend…
Für Gott muss ich mein Leben nicht in Ordnung bringen, ER nimmt mich so, wie ich bin.
Und ER kommt auch nicht erst, wenn ich alles in Ordnung gebracht habe – ER ist schon
längst da!
Und wenn ich mich daran erinnere, kann ich – mit ihm – mein Leben in Ordnung bringen.
Eine Planke über die erste Lücke als Anfang…
Pastoralreferentin Beate Czabaun
Deutschsprachige Katholische Gemeinde Thailand
https://www.gemeinde-bangkok.com/