Beim Blick aus dem Fenster des Gemeindesaals stellte ich fest: Die Kirche ist weg.
Sie hatte auf dem Hügel gestanden, viele Jahrzehnte lang, und prägte die Skyline in Itaewon.
Das ganze Viertel wird abgerissen. Es war einst voller Leben. Künstler zum Beispiel haben da gewohnt, es gab kleine Geschäfte. Ein gutes Miteinander von Menschen aus der ganzen Welt. Und jetzt? Das alles ist nur noch Schutt und Asche. Inklusive Kirche.
„Wird die Kirche zusammen mit den ganzen Häusern abgerissen?“ war ich erst vor kurzem gefragt worden. Ich hatte geantwortet: „Bestimmt nicht.“ Ich hab mich geirrt.
Mit dem Abriss einer Kirche verschwindet ein vertrauter Orientierungspunkt aus dem Stadtbild. Was über Jahrzehnte fest und unverrückbar schien, ist plötzlich nicht mehr da.
Alles ist endlich in unserer Welt.
Eine Kirche ist aber doch ein heiliger Ort. Irgendwie – gefühlt – für die Ewigkeit gebaut. So ein besonderes Gebäude darf doch nicht einfach so abgerissen werden. Immer wenn es doch geschieht, ist es für viele schwer, Abschied zu nehmen. Ein wichtiges Element des eigenen Lebens ist verschwunden.
Symbolisch kann das auch für den Beginn der Fastenzeit stehen. Denn die erinnert uns genau daran: Alles Irdische ist vergänglich. Die Worte des heutigen Aschermittwochs „Mensch, bedenke, dass du Staub bist und und zum Staub zurückkehrst“ laden dazu ein, die Endlichkeit in unserer Welt anzunehmen. Und auch die eigene Sterblichkeit.
Diakon Dr. Edgar Krumpen, Seoul