Es begann mit der Sehnsucht. In langen, dunklen, kalten und einsamen Nächten war es die Sehnsucht nach Licht und Wärme – und nach Gesellschaft.
Menschen waren hoffnungsvoll: Da sollte doch jemand kommen, der alles besser machen würde. Der das Heil in die Welt bringen würde. Und Licht in die Dunkelheiten ihres Lebens, das würde er ganz sicher bringen.
Der adventus war in seinem römischen Ursprung die feierliche Ankunft eines Herrschers. In der christlichen Spätantike (etwa 3.-6. Jahrhundert nach Christus) wuchs der Advent als Vorbereitungszeit auf Weihnachten bzw. die Erscheinung des Herrn immer mehr in die kirchlichen Traditionen hinein, als Buß- und Gebetszeit, sehnsuchtsvoll zum Licht der Welt hin, zum Messias Jesus Christus.
Auch dieses Jahr veröffentlicht KIAA – Katholisch in Asien und Australien einen digitalen Adventskalender. Als Verantwortliche für die deutschsprachigen Katholischen Auslandsgemeinden in diesen beiden Kontinenten hoffen wir, dass die verschiedensten Lichtwege durch den Advent, von denen wir hier erzählen, Menschen auf der ganzen Welt erreichen. Menschen, die voller Hoffnung sind, und Menschen, die die Hoffnung gerade verlieren. Jene, die im Stillen voller Sehnsucht sind, und jene, die ihre Sehnsucht mitteilen. Lichttragende und Lichtsuchende. Friedenbrauchende und Friedenbauende. Heilaufspürende und Heilvermittelnde.
Im Advent warten wir auf das zweitgrößte Fest der Christenheit: Die Geburt des Erlösers. Ohne seinen Tod und seine Auferstehung gäbe es Weihnachten gar nicht. Daher möge das wichtigste Fest des Kirchenjahres, Ostern, auch diese Adventszeit durchdringen. In aller Not und tiefer Nacht gibt es die eine, nie verschwindende Hoffnung auf Licht und Heil in Jesus Christus.
Euch und Ihnen allen eine gesegnete Lichtzeit.
Diakon Dr. Edgar Krumpen
Deutschsprachige Katholische Gemeinde Korea
www.dkgkorea.info
Foto: Edgar Krumpen