Im Februar dieses Heiligen Jahres 2025 bin ich auf einem Spaziergang durch Rom dieser Bronzeskulptur begegnet, die eine Menschenmenge auf einem kleinen Boot darstellt.
Sie sind dicht gedrängt, voller Anspannung und Hoffnung. Historisch erinnert das Kunstwerk an die unzähligen Migranten und Geflüchteten unserer Zeit, aber auch an biblische Wanderwege: Israel auf dem Weg ins gelobte Land, Maria und Josef auf der Flucht nach Ägypten, die Kirche stets unterwegs.
Theologisch steht das Werk für das pilgernde Gottesvolk: niemand reist allein, jeder trägt sein eigenes Gepäck aus Leid, Sehnsucht und Zukunftshoffnung. Die ausdrucksstarken Gesichter rufen die Würde jedes einzelnen Menschen in Erinnerung.
Künstlerisch ist das Boot überfüllt und dennoch trägt es alles und jeden. Das ist ein starkes Bild für Gemeinschaft und göttliche Treue.
So wird die Skulptur zum Leuchtturm im Advent: Advent bedeutet Ankunft, nämlich Gottes Ankunft inmitten einer Welt, die unterwegs ist.
Wir warten nicht bequem zu Hause, sondern als Pilger und Pilgerinnen, die gemeinsam hoffen.
Christus kommt als Licht für alle, besonders für jene, die auf stürmischer See ihre Heimat suchen.
Ganz egal, wo diese See sich gerade befindet.
Diakon Dr. Edgar Krumpen
Deutschsprachige Katholische Gemeinde Korea
www.dkgkorea.info