Was ist für dich, für Sie ein König? Die Antwort lautete über Jahrtausende: Ein König trägt eine Krone, ist ein absoluter Herrscher, der einen Hofstaat hat, bei dem höfische Regeln gelten und dem man auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist.
So etwas hatten auch viele Menschen erwartet von diesem besonderen Wanderprediger mit Namen Jesus. Er sollte die Herrschaft übernehmen und das Land von den Römern befreien.
Die Botschaft Jesu ist aber nicht die von Eroberung und Herrschaft im Sinne einer absolutistischen Regierung. Er erzählt vom Reich Gottes, von Liebe und Barmherzigkeit und Erbarmen und Versöhnung. Das ist das totale Gegenprogramm. Jesus trägt schließlich auch eine Krone; aber es ist die Dornenkrone auf seinem Leidensweg hin zu Kreuz und Tod. Nur dadurch, dass er diesen Weg gegangen ist, dass er die Dornenkrone getragen hat und für uns gestorben ist, hat er den Weg freigemacht für uns, die wir Anteil an seiner Auferstehung haben. Jesu Hofstaat, das sind die Engel und alle, die gestorben und um ihn versammelt sind. Seine höfischen Regeln sind die Bergpredigt und die unendliche Liebe, die Gott uns schenkt. Wir sind ihm nicht ausgeliefert auf Gedeih und Verderb, sondern wir sollen ihm nachfolgen und mit Hilfe des Evangeliums eintauchen in diese große Liebe.
Bei Johannes lesen wir:
Da ging Pilatus wieder in das Prätorium hinein, ließ Jesus rufen und fragte ihn:Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus oder haben es dir andere über mich gesagt? Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Hohepriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Königtum von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Königtum nicht von hier. Da sagte Pilatus zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. (Joh 18,33-37)
Deswegen feiern wir übermorgen das Christkönigsfest. Christus ist unser König der Liebe und Barmherzigkeit. Er ist ein König, der unser Bruder ist, an unserer Seite steht und mit uns durch dieses Leben geht – hin zu dem einen, dem wichtgsten Ziel überhaupt: und das ist das Reich Gottes.
Ihr und euer Diakon Edgar