
In einer verzweifelten und aussichtslosen Zeit ist es sehr schwierig, Hoffnung zu gewinnen. Dies hatte Israel in der Zeit erlebt, als Prophet Jeremia mit ihnen ihr Schicksal teilte. Der Weg in die Heimat war so unvorhersehbar und so unsicher. Man konnte nicht mehr glauben und einander nicht mehr vertrauen.
Da kam das Wort des Herrn: ich werde euch zurückführen. Die Zeit der Befreiung aus Ägypten war vorbei. Nun ist die Zeit der Verfremdung der Israeliten hier. Und Gott sagte: „Da sagt man nicht mehr: So wahr der Herr lebt, der die Söhne Israels aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat!, sondern: So wahr der Herr lebt, der die Nachkommen des Hauses aus dem Nordland und aus allen Ländern, in die er verstoßen hatte, heraufgeführt und zurückgebracht hat! Dann werden sie auf ihrem eigenen Boden wohnen.“ (Jer 23,7-8)
Ein Volk, das keine Fähigkeit mehr hat, zu hoffen und zu träumen, hat keine Zukunft.
Im heutigen Evangelium hören wir, dass Joseph träumte. Der Traum geschah in einem Prozess des Nachdenkens über seine Rolle und die Rolle Marien im Gottes Werk, wie er in die Welt des Menschen kommen will. Dies war keine Träumerei, bei der Menschen sich Gedanken machen und seine Wünsche vorstellen. Es war eine meditative Erwägung über Ereignisse im Leben der Menschen. Es war eine Suche nach dem Willen Gottes. Am Ende war die Haltung, sich unter die Fügung Gottes zu stellen, Teil seines Heilswerkes zu sein.
Pfarrer Prof. Dr. An Vu Ta
Deutschsprachige Katholische Gemeinde Manila