Weiteres

Gemeinden

P. Prof. Dr. Stephan Rothlin SJ
stephan.rothlin@gmail.com dkhk.org
P. Prof. Dr. Franz Gassner SVD
franz.gassner@usj.edu.mo

P. Prof. Dr. Stephan Rothlin SJ
stephan.rothlin@gmail.com
P. Prof. Dr. Franz Gassner SVD
franz.gassner@usj.edu.mo

Pfarrer Dr. Michael Bauer
michaelh.bauer@arcor.de dcgs.net

P. Dr. Andreas Bordowski OP
andreas.bordowski@ewetel.net
gemeinde-bangkok.com
Pastoralreferentin Beate Czabaun
beateczabaun@gmail.com

Pfarrer Prof. Dr. Anh Vu Ta
vu.dviet@gmail.com

Pfarrer P. Dr. Andreas Bordowski OP
andreas.bordowski@ewetel.net
gemeinde-bangkok.com
Pastoralreferentin Beate Czabaun
beateczabaun@gmail.com

Katholisches Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz
Mons. Peter Lang
kas@dbk.de auslandsseelsorge.de
Dr. Michael Altmeier
kas@dbk.de auslandsseelsorge.de

Delegierter der Deutschen Bischofskonferenz für die deutschsprachigen Auslandsgemeinden
Weihbischof Matthias König
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
auslandsseelsorge.de erzbistum-paderborn.de

Frage und Zahl

Predigt am 3. Sonntag der Osterzeit 19.04.2026 zu Joh 21,1-14

Die großen Themen des Neuen Testaments, quasi die Überschriften, sind uns oft sehr bewusst. Wie zum Beispiel heute das Evangelium vom See von Tiberias mit dem wunderbaren Fischfang. Das haben wir im Kopf, das haben wir schon oft gehört, sie ist in unseren Gedanken und Herzen verankert. Wir erinnern uns daran, dass so viele Fische gefangen werden, dass die Netze kaum eingeholt werden können. Es gibt vieles, woran wir uns erinnern. Und vielleicht gibt es doch das eine oder andere Detail, das einem so durchrutscht: etwas, das wir zwar schon einmal gehört haben, das aber nicht wirklich präsent ist.

Ich habe heute zwei Punkte herausgegriffen, von denen ich meine, dass sie nicht so im Bewusstsein stehen, aber ich finde, dass die ganz wichtig sind. Der eine Punkt ist eine Frage, und der andere Punkt ist eine Zahl.

Die Frage lautet, Jesus stellt diese Frage: „Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen?“ Und dann handeln die ja, die Jünger. Diese Frage ist ganz harmlos, alltäglich. Es ist eine typische Alltagssituation: Man besucht jemanden und fragt, ob es etwas zu essen gibt. Solche Fragen und die entsprechenden Reaktionen sind ganz normal. Doch im Evangelium ist es viel mehr als Alltag. Es ist die Begegnung mit Jesus nach seiner Auferstehung. Im Satz vorher steht:Die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Er steht am Ufer, und die kommen zurück vom Fang oder vom Nicht-Fang besser gesagt; weil sie ja nichts gefangen haben. Und Jesus steht am Ufer. Und das Erste, was Jesus tut, ist, ihnen diese scheinbar banale Frage zu stellen: „Habt ihr nichts zu essen? Habt ihr keinen Fisch?“ So banal kann die gar nicht sein, diese Frage, denn danach kommt er ins Gespräch mit ihnen. Und die merken das immer noch nicht, dass er der Auferstandene ist. Dann gibt er ihnen einen Auftrag: „Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen.“ Und das, liebe Schwestern und Brüder, ist eigentlich ungeheuerlich, es ist unangemessen, das ist übergriffig. So was tut man nicht, können man meinen, denn die Profis, die Fischer, die ja gerade wiederkommen und nicht gefangen haben, die wissen ja sie wissen genau, wann sie in See stechen müssen, damit sie Fische fangen. Und diese Profis haben es nicht geschafft. Und nun kommt irgendjemand, den sie nicht als Jesus erkennen, und der sagt ihnen jetzt, sie sollen es noch einmal versuchen. Das erscheint absurd.

Doch die Jünger tun es. Entgegen ihrer Erfahrung, entgegen ihrem beruflichen Wissen fahren sie noch einmal hinaus und werfen die Netze aus, und konnten sie nicht wieder einholen. Da passiert etwas, was sie eigentlich gegen ihre Erfahrung, gegen ihre berufliches Knox-How tun, gegen das, was sie immer gemacht haben. Und die Netze sind ganz ganz voll. Erst dann, und deswegen brauchte s diese Frage von Jesus am Anfang, erst dann sagt der Jünger, den Jesus liebt, also Johannes, zu Petrus: „Es ist der Herr.“

Johannes erkennt Jesus daran, dass etwas passiert ist, was gar nicht hätte passieren dürfen.

Letztlich erkenne die Jünger Jesus daran, dass er etwas sagt und tut, was sie so nicht erwartet haben. Sie lassen sich darauf ein, und haben Erfolg. Das ist ein wesentlicher Punkt dieses Evangeliums. Es wäre nicht dazu gekommen, wenn Jesus nicht mit dieser scheinbar einfachen Frage begonnen hätte. Denn damit erkennt er auch an, dass sie etwas zu essen brauchen, und er stellt die Tischgemeinschaft wieder her, die vor seinem Tod und seiner Auferstehung so wichtig war und nun im Licht der Auferstehung eine neue Bedeutung hat. Er stellt sich an ihre Seite.

Der zweite Punkt ist die Zahl 153. Über sie haben sich Theologen seit Jahrhunderten Gedanken gemacht. Warum genau 153 Fische? Petrus zählt sie. Aber wozu?

Es gibt viele Deutungsversuche. Der Kirchenvater Hieronymus etwa sah darin ein Symbol für Vollständigkeit und Universalität, da man damals meinte, es gebe 153 Fischarten. Andere versuchten, die Zahl mathematisch zu erklären: Die Summe der Zahlen von 1 bis 17 ergibt 153, und 17 wiederum wurde als 10 plus 7 gedeutet, als Hinweis auf die Zehn Gebote und die Zahl der Vollkommenheit oder des Heiligen Geistes.

Doch all das sind Versuche, etwas zu erklären, das sich kaum vollständig erklären lässt. Es gibt zahlreiche Erklärungsmodelle, zum Beispiel Buchstaben Zahlenwerte zuzuordnen, um auf 153 zu kommen. Ich möchte es heute pragmatischer sehen: Es ist nicht möglich, alles zu erklären, was in der Bibel steht. Vielleicht ist die ursprüngliche Symbolik dieser Zahl verloren gegangen.

Vielleicht wollte der Verfasser einfach zeigen: Ich berichte genau. Ich schreibe auf, was tatsächlich geschehen ist. Die konkrete Zahl 153 kann als Zeichen dafür verstanden werden, dass es sich um ein reales, überprüfbares Ereignis handelt. Wenn schon die Fische gezählt wurden, dann ist auch das übrige Geschehen verlässlich überliefert.

Es geht also weniger um die Deutung der Zahl als um die Authentizität des Geschehens. Warum steht das in der Bibel? Weil es mit unserem Glauben zu tun hat, weil es für die Überlieferung wichtig und kostbar ist. Gerade die ersten Christen, die oft verfolgt wurden, hielten daran fest: Das ist wirklich so geschehen. Jesus stand am Ufer, stellte diese Frage, gab diesen Auftrag, und die Jünger handelten danach und es funktionierte. Es gab wieder zu essen. Das war ein wichtiges Wunder nach der Auferstehung.

Daran können wir uns festhalten. Wir dürfen darauf vertrauen, dass das, was in der Bibel steht, für unser Leben relevant ist. Die Zahl 153 mag für uns heute nicht entscheidend sein. Aber die Tatsache, dass Jesus auferstanden ist, dass er den Jüngern begegnet ist, dass sie den reichen Fischfang hatten und anschließend Gemeinschaft mit ihm – das ist das Entscheidende.

Am Ende des Evangeliums heißt es: Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war. Auch das ist festgehalten. Immer wieder ist er ihnen erschienen, hat sich gezeigt, hat gesprochen und ihnen zugesagt: Habt Vertrauen, es geht weiter.

Darauf kommt es an.

Diakon Edgar, der Diakon mit der Mütze
Katholische Seelsorge Südkorea