Während der Sakramentenvorbereitung mit den Erstkommunionkindern, mitten in einem Spiel zur Weihnachtsgeschichte, fielen diesem Engel die Flügel ab. Vielleicht waren sie ihm zu schwer geworden? Das Spiel ging weiter, die Erzählung der Verkündigung des Engels an Maria wurde von den Kindern danach gut und mit vielen Einzelheiten wiedergegeben.
Meine Gedanken gingen später weiter: Engel sind ja Boten Gottes. Sie bringen etwas Himmlisches, Heiliges auf die Erde, zu uns Menschen, in unsere oft so profane Welt.
Wie geht das? Wie hat es der Engel damals geschafft, dass Maria ihr JA gegeben hat zu dieser überwältigenden Botschaft, dass sie den Erlöser auf die Welt bringen sollte?
Einerseits war da sicherlich ihre Offenheit für das Wort Gottes. Andererseits hat sie ja auch Fragen gestellt, musste sich diesem Auftrag erstmal annähern. Vielleicht hat ja der Engel es geschafft, sich trotz seines himmlischen Wesens sehr menschlich zu zeigen. Und das ist für mich ein Hinweis darauf, dass da etwas passiert ist, das zutiefst mit unserem Glauben zu tun hat. Und der sagt, dass jeder Mensch Abbild Gottes ist. Dann ist natürlich auch sehr gut möglich, dass sich Engel menschlich zeigen, als diejenigen, die zwischen Gott und Mensch vermitteln.
Und vielleicht legen Engel ja immer wieder mal die Flügel ab, um uns näher kommen zu können, um zu erreichen, dass wir Gottes Botschaft besser verstehen?
Wenn sie aber keine Flügel tragen, dann gibt es unendlich viele Möglichkeiten, wie sie uns ganz unauffällig begegnen können.
Gottes Botschaft ist nicht nur in der Bibel zu finden. Nach Jesu eigenem Wort begegnen wir ihm in jedem Menschen. Was wir anderen tun, das tun wir ihm.
Genau da beginnt Verkündigung. Nicht mehr und nicht weniger will ein Engel: Wir sollen uns immer mehr dem Wort Gottes annähern. Und dann unser eigenes JA dazu sagen. Genau das ist Sinn des Advents.
Und dazu braucht man keine Flügel.
Ihr und euer Diakon Edgar
Deutschsprachige Katholische Gemeinde Korea
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