Bei dieser Überschrift denken viele wohl nicht so sehr an den Beginn der Adventszeit, sondern eher an das Ende der Weihnachtszeit, wenn zu Beginn des neuen Jahres der Blick auf die Waage oder eben auf den Gürtel fällt: Nach Advents- und Weihnachtsfeiern, nach Besuchen auf dem Weihnachtsmarkt, nach festlichen Essen an den Feiertagen und nach immer gut gefüllten Süßigkeitentellern muss beim Gürtel doch das ein oder andere Loch weiter gegangen werden. Und der (gute) Vorsatz lautet dann: Abnehmen und Gürtel enger schnallen!
Warum sollten wir dann also unseren Gürtel im Advent weiter schnallen, wenn dies am Ende der Weihnachtszeit (wahrscheinlich) sowieso nötig ist?
In der Lesung des heutigen Tages beschreibt der Prophet Jesaja einen ganz besonderen Gürtel, nämlich einen Gürtel der Gerechtigkeit und Treue (Jes 11, 1-10). Dieser Gürtel ist der Gürtel des Messias, des Christus, dessen Ankunft sehnlichst erwartet wird.
Wenn wir uns nun in der Adventszeit vorbereiten auf die Ankunft dieses Christus, dessen Gürtel Gerechtigkeit und Treue ist, wäre es in diesem und in seinem Sinne dann nicht ein guter Vorsatz für die Adventszeit, unsere Gürtel weiter zu schnallen und nicht noch enger?
Das würde bedeuten, dass wir uns wieder neu einüben in Gerechtigkeit und Treue sowie unseren Blick schärfen für Untreue und Ungerechtigkeit, bei uns und anderen, in unserer Umgebung und weltweit.
Also schnallen wir unseren Gürtel weiter, und das nicht erst zu Beginn des neuen Jahres!
P. Dr. Andreas Bordowski
Deutschsprachige Katholische Gemeinde Bangkok
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