In diesem Jahr fällt der Erste Advent auf das Fest des Apostels Andreas.
Liturgisch betrachtet verdrängt der Erste Advent dieses Fest, so als würde dieser Heilige den Beginn des Advents stören bzw. nicht dazu passen.
Doch wenn man auf das Leben des Andreas schaut, dann entdeckt man, dass er vielleicht besonders gut zum Beginn der Adventszeit passt, ja dass er uns zeigen kann, worum es in der Zeit der Vorbereitung hin auf Weihnachten geht.
Denn nach dem Evangelisten Johannes war es Andreas, der vor der Speisung der Fünftausend den kleinen Jungen mit den fünf Broten und den zwei Fischen entdeckte und zu Jesus führte (Joh 6, 1-15). Allen Anderen war der „Knirps“ im Trubel und in der Hektik nicht aufgefallen, sie hatten ihn schlicht übersehen oder vielleicht sogar als unwichtig und störend weggescheucht.
Andreas aber sieht den unscheinbaren Jungen und er ahnt, dass es ihn braucht, um die schwierige Situation, in der sie sich befinden, zu lösen.
Und ist nicht gerade das eine Aufgabe des Advents in der Vorbereitung auf die Geburt eines kleinen Kindes in einem unscheinbaren Stall, dass wir wieder unsere Sinne schärfen, um die Unscheinbaren und das Unscheinbare wahrzunehmen, die oft das Entscheidende sind und die Wendung bringen?
In diesem Sinne wünsche ich mit dem Heiligen Andreas eine gesegnete Adventszeit.
P. Dr. Andreas Bordowski OP
Deutschsprachige Katholische Gemeinde Bangkok
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